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Wer…

October 19, 2007 · 3 Comments

Wer sagt, was alle denken, ist ein Ketzer.

Wer sagt, was keiner denkt, ist ein Philosoph.

Wer beides zu einen vermag, ist ein Revolutionär.

→ 3 CommentsCategories: Society · Stuff

Zu Viel!

October 11, 2007 · 1 Comment

Es gibt so viele Dinge auf diesem Planeten, ein einzelner Mensch kann das gar nicht alles erfassen. Beispielsweise die menschliche Rasse an sich. Ist es nicht unfassbar, wie weit wir es gebracht haben? Wie viel Zeit vergangen ist, die wir nie mit erlebt haben, über die wir belehrt werden, tagtäglich kosten wir die Erkenntnisse der Jahrtausende aus, ergötzen uns an uns selbst, als wären wir alleine auf der Welt. Unterwerfen Tier und Natur, ja sogar uns selbst, ergriffen von einer Macht, die wir nicht zu verstehen vermögen. Ich gehe durch den Supermarkt und höre Lautsprecheransagen, sehe bedruckte Plastikfolie, lese, schreibe, spreche, verständige mich mit Lauten erzeugt durch den Kehlkopf, die andere Lebewesen interpretieren und verstehen können, mache mir Elektronenflug und Magnetismus zunutze, trickse mein Auge aus, fahre ohne jeglichen Kraftaufwand, löse Aufgaben, die ich mir selbst gestellt habe, nur um mich schließlich selbst zu loben. Ich lebe in einer arroganten Welt, einer Welt, die von arroganten, egoistischen Lebewesen übernommen wurde, schlimmer sogar, ich komme mit ihnen aus, weil ich selbst arrogant und egoistisch handele. Und vergesse dabei, was ich bin, wie besonders, einzigartig jeder einzelne ist. Das Wunder des Lebens, das bisher noch keiner von uns zu kopieren vermochte, dem wir täglich begegnen und das so längst schon zum Alltag geworden ist, eingepackt zwischen Lautsprecheransagen und Plastikfolie. Ich schaue an mir herunter, ein perfekt funktionierender Organismus, der in sich, zusammen mit der Umwelt absolut fehlerfrei ist, ohne schlechte Auswirkungen auf Natur, alles wird verwertet und neu zugeführt, es gibt keine Lücken, keine unverwertbaren Abfälle, alles ist in sich stimmig – und daneben stehe ich, ich selbst mit meinem Bewusstsein, ein in sich verworrenes Selbstbild, stetig danach strebend das, worin es sich befindet zu verstehen und zu verbessern, der Fehler im perfekten Code des Lebens. Der Mensch und dessen Eigensinn ist es schließlich der das durch Zufall entstandene zerstört, indem er es seinen Wünschen anpasst und sich dem Kreislauf widersetzt, dem er sich ursprünglich fügen sollte. Es gibt keine naturverträglichen Erfindungen, sie alle dienen dem Zweck, das, was der Mensch zerstört, schön zu färben, ihm das Leben zu erleichtern. Doch was es dem einen erleichtert, erschwert es dem nächsten, und so muss die Natur leiden unter dem, was der Mensch für selbstverständlich hält.

→ 1 CommentCategories: Life · Society

Vom Lieben und Geliebt werden

September 19, 2007 · 1 Comment

Warum sollte man eine Beziehung eingehen, wenn man sowieso weiß, dass es irgendwann zu Ende geht? Wenn man hört, dass irgendein Mädchen auf der Schule mit irgendeinem Jungen gleichen Alters zusammen gekommen ist, dann denkt man dann an die wahre Liebe? Aber warum geht man dann diese intime Bindung ein? Für ein kurzzeitiges Glücksgefühl? Weil man denkt, es hält für immer? Und was ist, wenn man das wirklich denkt, ja sogar weiß? Denkt der Partner genauso? Macht er vielleicht die darauffolgende Woche Schluss?

“Lohnt es sich”, im Vorgang des Erwachsenwerdens Beziehungen zu führen, wenn sie doch nach einiger Zeit enden, und man bei dem (vielleicht “richtigen”) Mädchen die Chancen verspielt? Oder sollte man vielleicht doch lieber warten, bis man 20, 21 ist, um dann eine ernsthafte, lang andauernde Beziehung mit Zukunft zu führen?

Doch, wie heißt es so schön? Aus Fehlern lernt man, das heißt, um in den “Zwanzigern” überhaupt eine “richtige” (so viele Anführungszeichen…) Beziehung zu führen, “benötigt” man schlechte Erfahrungen, um seine Wahlkriterien, sein Gespür für das andere Geschlecht zu verfeinern, um schließlich “ernst zu machen”.

Ist es nicht traurig, Liebe, Gefühle, Zärtlichkeit trainieren zu müssen? Dieses wohl natürlichste aller Gefühle erst entdecken zu müssen, obwohl es so tief in uns drin sitzt, dass wir uns dessen nie entledigen könnten?

→ 1 CommentCategories: Life

Im Café

September 14, 2007 · 1 Comment

Es war mal wieder einer dieser Tage, den ganzen Tag schon hatte es geregnet, und das Kopfsteinpflaster auf der Straße glänzte wie schwarze Edelsteine. Die Menschen eilten vorbei, und von Zeit zu Zeit besann sich einer, kam herein, um einen Moment zu ruhen, dem Stress zu entfliehen, neue Kraft zu schöpfen.
Er saß auf einem gemütlichen Sessel, wie immer, die Zeitung im Politikteil aufgeschlagen (er interessierte sich sehr für Politik) und die Pfeife im Mundwinkel, was sehr ungewöhnlich war für seine gerade mal 32 Jahre. Der Dunst der Pfeife füllte den Raum mit einem wohligen Duft aus, einem Duft, der ihn an ein prasselndes Feuer und heimelige Wärme erinnerte, an Weihnachten und fröhliche Menschen.

Es war gegen vier, als sie das Café betrat, zuerst bemerkte er es gar nicht, doch dann fragte sie, ob sie sich neben ihn setzen dürfte, denn alle anderen Plätze waren bereits besetzt. Er nahm die Zeitung herunter und schaute sie an. Galant, wie er es immer tat, bot er ihr den Platz an. Sie setzte sich und er meinte, dass sie wohl zum ersten Mal hier wäre, er hatte sie noch nie hier gesehen. Ja, erwiderte sie, sie war gerade vorbeigekommen und hatte ein wenig Zeit zum Ausruhen bevor sie weiter müsse. Dann bleibt uns nicht viel Zeit, um uns kennen zu lernen, sagte er und lächelte. Sie lachte, wie sie es oft tat, und ihre Lachfältchen, die ihr Gesicht einen Schein von Verspieltheit gaben, dankten es ihr.

Sie kamen ins Gespräch, zunächst über belanglose Dinge, das Wetter, ihre Ohrringe und seine Pfeife. Bald sprachen sie über persönliche Dinge, doch immer wenn sie auf ihn zu sprechen kamen, blockte er ab, meinte, es sei nicht der richtige Zeitpunkt dafür. So vergaßen sie die Zeit und ließen sich treiben zwischen den ein- und ausgehenden Menschen, dem regen Treiben außerhalb des Cafés. Ruf mich an, sagte sie, als sie ging, und schrieb ihre Nummer auf einen Fetzen Papier. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, erwiderte er, sie lächelte und ging. Er stand auf, zog seinen langen, beigen Trenchcoat an und verließ das Café.

Draußen auf der Straße griff er in die Innentasche seines Mantels und holte ein vergilbtes Foto heraus, es zeigte eine Frau und einen kleinen Jungen, fünf Jahre alt vielleicht. Intensiv betrachtete er die zwei Personen auf dem kleinen Papier und sein Blick wurde wehmütig dabei. Dann wandte er sich ab, steckte das Foto zurück, und mit ihm Stück Papier mit der Nummer der Frau, steckte es zwischen all die anderen Zettel, hinter denen sich ein anderer Anschluss, eine andere Geschichte, eine andere Frau verbarg. Dann ging er, und er dachte bei sich: Bald, wenn der Zeitpunkt gekommen ist…

→ 1 CommentCategories: Poetry & Creative Writing

Wer bin ich?

August 13, 2007 · 2 Comments

Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Nein, das ist nicht wahr, ich wusste, dass ich ihn schreiben und veröffentlichen wollte, ich war mir nur nicht im Klaren, wie ich das, was ich fühle, ausdrücken soll. Heute, am Dienstag dem 14. August um ein Uhr zwei und 40 Sekunden ist es soweit, ich schreibe.

Ich bin etwa 1,75 groß, ein bisschen zu dick, was man mir aber lediglich unter der Kleidung ansieht, habe eine sehr merkwürdige Augenfarbe, irgendetwas zwischen blau und grau, habe dunkelblonde, lange Haare und trage eine Brille. So viel dazu. Doch darum geht es nicht. Für die meisten bin ich der Schüler Hannes Schrader, eine Freundin meinte mal, ich sei eine Frohnatur. Man sagt mir nach ich sei hilfsbereit, nett, offen, und eine andere Freundin von mir meinte einmal (zugegeben, leicht angetrunken), ich sei süß. Das ging mir recht nahe, auch wenn sie damit nicht sehr viel verband, mir bedeutete das sehr viel, schließlich hat das zuvor noch nie jemand zu mir gesagt.

Ich befinde mich in einer Phase, die wohl jeder Jugendliche irgendwann einmal durchmacht, die Identitätsfindung. Menschen von außen würden wahrscheinlich sagen, dass das bei mir längst abgeschlossen ist, die Phase der Unsicherheiten und klassischen Pubertätsphänomene vorbei ist. Das mag sein, aber dennoch stelle ich mir seit kurzem immer existentiellere Fragen, über die Menschen allgemein, und auch über mich. Das spielt sich zwar hinter einer recht großen Fassade der Freundlichkeit und Sicherheit ab, aber dennoch sind sie da, diese Fragen.

Sehe ich gut aus? Bin ich attraktiv? Bin ich wortwörtlich liebenswert? wann werde ich zum ersten Mal küssen, lieben, werde ich das überhaupt? Können sich andere Menschen vorstellen, mit mir eine Beziehung zu führen? Bin ich auf dem richtigen Weg? Wohin führt mich der, den ich zur Zeit eingeschlagen habe?

Ich denke, jeder, der von sich behauptet, nie über diese Dinge nachzudenken, ist ein Lügner. Denn jeder Mensch sehnt sich nach Liebe, Anerkennung, Nähe, gesellschaftliche Geborgenheit. So auch ich. Ich verzehre mich nach jemandem, der mich in den Arm nimmt, wenn es mir schlecht geht, der zu mir kommt, wenn es ihm schlecht geht. Jemandem, der mich küsst, der mir zuhört, der sich bei gruseligen Stellen in einem Film an mich schmiegt. Jemandem, mit dem ich den Zweiplatzsitz im Kino belegen kann. So banal das auch klingen mag, sie sind da, diese Gedanken.

Natürlich bekomme ich schon seit Jahren im Rahmen meiner familiären Umstände diese Nähe vermittelt, doch das ist es nicht, was mich beschäftigt. Ich möchte sie von jemandem anderen spüren, außerhalb der Familie, von jemandem, für den “mich lieben” nicht immer selbstverständlich war.

Viele, denen ich so täglich begegne scheinen von diesen Fragen völlig losgelöst, sie lachen, sie unternehmen, sie arbeiten, sie treffen Freunde, sie leben. Und doch bin ich mir sicher, dass diese Fragen auch sie manchmal beschäftigen, sie wachhalten, in so mancher Dienstagnacht, vielleicht sogar in diesem Moment. Und viele haben sie sicher auch schon gefunden, die Antwort auf die Frage:

Wer bin ich?

→ 2 CommentsCategories: Stuff

Zur ZEIT

August 6, 2007 · 1 Comment

Voller Erwartung habe ich mich vorhin in mein Lieblingscafé gesetzt, um endlich den Teil der vorletzten Ausgabe der ZEIT zu lesen, der für mich der Kaufgrund war. Und zwar das Feuilleton, das sich mit dem Thema des Verfalles der deutschen Sprache befasste, einer Thematik, die mich auch seit geraumer Zeit interessiert.
Nachdem ich dann zwei der insgesamt vier Artikel gelesen hatte, war ich sichtlich irritiert. Die Titel der Artikel hatten mich zwar durch die Bank angesprochen, ihre Umsetzung jedoch ließ stark zu wünschen übrig. Denn die Sätze waren derart mit umständlichen Worten be- wenn nicht sogar überfüllt, dass die eigentliche Aussage des Textes verloren ging.
Beispielsweise wurde über eine solche Konstruktion hergezogen: “Die Blabla hat für alle Phasen der Programmarbeit konkret auf die Programme zugeschnittene Instrumente entwickelt, um die Qualität zu sichern und Ergebnisse für weitere Vorhaben zu nutzen”. In diesem Punkt stimme ich mit dem Redakteur überein, schließlich sollte das vorangehende Satzgebilde lediglich ausdrücken, dass “die Vorhaben der Firma regelmäßig überprüft werden”. Wenn ich jedoch einen Abschnitt lese, wie “Auch die Elaboriertheit ist ein relatives Kriterium, denn der Sprachgebrauch ist unbegrenzt elaborierbar, und zu viel Elaborierung wäre den meisten Situationen unangemessen. Aber es setzt einen Preis auf den individuelleren, nuancierten Ausdruck.”, dann hat sich die Redaktion ein Eigentor geschossen. Die dreifache Verwendung des Wortes “Elaboriertheit” könnte man zwar noch als Stilmittel abtun, jedoch täte das der Tatsache, dass der Satz überzogen und nur schwer verständlich ist, keinen Abbruch.
Es ist schade, dass sich die Aussage der Verantwortlichen hinter solch einem kompliziertem Wortgerüst versteckt, denn die Intention, mit der die Artikel geschrieben wurden, ist sicherlich eine, die ich mit allen Mitteln unterstütze.

Also liebe ZEIT-Redaktion, ich schätze ihre Zeitung, wie auch ihren teilweise gehobenen Stil, und werde sie auch jede Woche weiterhin kaufen und weiterempfehlen, jedoch sollten sie sich manchmal darauf besinnen, dass zwar “gutes Deutsch zunächst auch richtiges Deutsch” ist, wie Herr Zimmer so treffend sagt, doch nicht immer ist richtiges, beziehungsweise gewähltes Deutsch auch gutes Deutsch.

→ 1 CommentCategories: Stuff

Forever

July 31, 2007 · Leave a Comment

He’s gone forever
Without turning around.

He’s gone forever
leaving us behind.

He’s gone forever
knowing what he’s done.

He’s gone forever
but for us he’ll never die.

Ever.

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To You

July 31, 2007 · Leave a Comment

Whatever may come
I’ll be there.

Wherever you are
I’ll be there.

Whenever you need me
I’ll be there.

You ask me why,
Because I know,

That you’ll be there.

Dedicated to aepfelchen.

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It’s

July 31, 2007 · Leave a Comment

It’s her look,
It’s her smile,

It’s her eyes,
It’s her smell,

It’s her,
It’s me,

It’s a feeling never known,
It’s love.

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Und plötzlich war er weg

July 31, 2007 · Leave a Comment

Freitag der 9.3.2007, was für ein Tag. Sonnenschein, erst zur dritten Stunde an, und um eins schon wieder aus. An der Bushaltestelle hat die halbe Klasse auf den Bus gewartet. Geredet, gelacht, gelästert, und Christoph mittendrin. Mittendrin? Nein, Christoph war nicht mittendrin. Christoph war am Rand, hat zugehört was die anderen so sagen, und sich seinen Teil dazu gedacht. Und so war es auch am Freitag. Alles wie immer, alle wie immer, Christoph wie immer.

Am Montag meinte noch jemand auf dem Weg zur Schule im Bus: „Wo ist eigentlich der Christoph?“. Hätte er gewusst wo Christoph war, wäre ihm wahrscheinlich das Wort im Halse stecken geblieben. Wie jeden Montagmorgen kamen wir in der Schule an, saßen auf den Bänken, genossen die paar Sonnenstrahlen. Dann das Klingeln, alle in den Physikraum rein. Plötzlich folgt Frau Sölter mitsamt Herrn Stein und ich denke bloß: „Oh mann, was haben wir denn jetzt schon wieder angestellt?!“ Nichts haben wir angestellt. Nichts, niemand. Ich kann es kaum aussprechen, so surreal wirkt es. „Christoph hat sich am Samstag das Leben genommen“ hallt es da durch den Raum. Und es hallt und verhallt. Stille. Plötzlich überall Schluchzen. Und plötzlich war er weg.

Wo war ich, was habe ich getan, in dem Moment, in der letzten Sekunde seines Lebens? Woran hat er gedacht? Neben Trauer und vielleicht auch Wut bleibt vor Allem eins zurück. Der Schmerz. Und was für ein Schmerz. „Christoph hat sich umgebracht.“, noch immer wirkt alles so fern, nie wieder wird er morgens in der Klasse sitzen, nie wieder werde ich mir morgens sein Heft leihen um die Hausaufgaben abzuschreiben, nie wieder werde ich mit oder über ihn lachen, nie. Nie, was für ein schreckliches Wort. Niemals wieder werde ich ihn anschauen können, nie mit ihm sprechen können, nie fragen können: „Warum?“.

Die Frage nach dem Warum bleibt. Sie bleibt und wird immer bleiben. Theorien, abstrus oder realistisch, keiner wird es je wissen. Wir müssen lernen abzuschließen mit ihm, das Leben geht weiter, muss weitergehen, ohne Christoph. Es wird nicht leicht sein, alle von uns werden diese Erinnerung ewig mit sich tragen, über den Jungen, den wir kaum kannten, aber der trotzdem da war. „Er war einfach Christoph.“ Und plötzlich war er weg.

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